Marketing ohne Ziele? … wie ein Wettlauf ohne Ziellinie!

Bedeutung von Zielen im MarketingIn der Marketing-Beratung besteht eine der ersten Aufgaben oft darin, Kunden davon zu überzeugen, sich erstmal über die Ziele klar zu werden, bevor man Maßnahmen definiert. Wie gehe ich damit um?

In Robert Wellers Blog las ich vor Kurzem den Beitrag zum Thema Zeitmanagement. Darin stolperte ich über dieses Zitat:

„Wer den Hafen nicht kennt, in den er segeln will, für den ist kein Wind der richtige.“ – Lucius Annaeus Seneca.

Sehr treffend! Eine ähnliche Metapher verwende ich seit Längerem im Dialog mit Kunden, wenn es darum geht die gravierende Bedeutung von Zielen solide zu untermauern. Und zwar so: Weiterlesen

Online-Marketing und Website-Konzeption: zwei Seiten einer Medaille

In Cybays Digitaldestille berichtete ich neulich vom Besuch der Konzepter-Konferenz IAK Anfang Juni in Berlin. Im Beitrag fasse ich Highlights der Vorträge zusammen, die aus Online-Marketing-Sicht für mich bemerkenswert waren.

Verstärkt hat sich dank der Vorträge meine Einstellung, dass Konzept und Design einer Website vom Beginn eines Website-Projektes an Hand in Hand mit dem Online Marketing zusammenarbeiten müssen. Maßgeblich sind dabei die Geschäftsziele des Unternehmens, die innerhalb eines Zielsystems für jeden Bereich herunterzubrechen sind. Die Balanced Scorecard lässt grüßen.

Digitale Transformation: 10 Tipps für „Anfänger“

Angeblich steht es nicht gut um die Zukunft der deutschen Wirtschaft: Die digitale Transformation droht zu scheitern. Jedenfalls stolperte ich neulich bei t3n über die Ergebnisse einer etventure-/GfK-Studie, welche die Online-Zukunft schwarz malt. In 65% von über 2.000 befragten Unternehmen verhindern veraltete Strukturen die Digitalisierung.

Wie geht eigentlich digitale Transformation? Wie führt man ein Unternehmen erfolgreich in neue digitale Geschäftsfelder? Diese Frage mögen sich viele Führungskräfte stellen, die als digital immigrants daherkommen und beispielsweise Kommunikation via Snapchat, Instagram und Co. nicht mit der Muttermilch aufgesogen haben. Zwischen dem Anspruch, das eigene Business ins Digitale zu transformieren und der Wirklichkeit besteht noch riesige Diskrepanz. Das zeigen jedenfalls meine Erfahrungen im Beratungsalltag. Vielfach ist noch nicht einmal der Anspruch entstanden.

Digitales Erfolgsgespür braucht Online-Erfahrung

Mal abgesehen von einem intensiven Dialog, den ein Unternehmen zwangsläufig intern führen muss, um sich selbst über alle Führungs- und Mitarbeiter-Ebenen durch und durch digital zu machen, sollte jeder leitende Mitarbeiter wichtige Eigenheiten digitaler Transformation selbst erfahren haben. Voraussetzung für eine strategische Diskussion ist ein digitales Grundgerüst im Mindset der Führungskraft. Ein Manager, der nie versucht hat, digitale Verhaltensmuster bei sich selbst anzuwenden, dürfte es schwer haben, strategische Erfolgschancen im digitalen Umfeld zu antizipieren.

Dieser Beitrag liefert „hands on“ Denkanstöße, um das zu ändern und den Respekt vor dem Internet abzubauen.

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Recap zu den Online Marketing Rockstars 2016 in Hamburg

Dirk Ventzke - Besuche bei den Online Marketing Rockstars 2016Meine fachlichen Eindrücke vom Besuch bei den Online Marketing Rockstars Ende Februar habe ich mit Alex Bobzien in der Digitaldestille, dem neuen Cybay Blog, geteilt.

Im Gegensatz zur dmexco, der vermutlich größten deutschen Ausstellung und Konferenz rund um digitales Marketing, fokussieren die Online Marketing Rockstars stärker auf das „nerdige“ Fachpublikum, sprich: die Agentur-, Experten- und Vermarkterdichte ist hier höher. Die Exklusivität hat allerdings auch ihren Preis, lässt aber in punkto Qualität fast keine Wünsche offen. Für mich eine der „Must haves“ im Bereich Online Marketing Fachveranstaltungen.

Buchhandel: Me-too vs. Innovation am Beispiel Hugendubel und Sobooks

Online-Bestellung im klassischen deutschen Filial-Buchhandel

Wenn man in Hannover Bücher verschenkt, greift man traditionell gerne – um der alten Zeiten willen – zu einem Gutschein von Schmorl und von Seefeld Hugendubel. Auch ich wurde vor Kurzem mal wieder beschenkt. Und nach zahlreichen E-Books hatte ich wirklich mal wieder Lust auf Lesestoff zum Anfassen aus Papier. Ganz aufgeben wollte ich meine „Amazon-Bequemlichkeit“ aber nicht, also löste ich den Hugendubel-Gutschein online ein, um mir die Bücher ins Büro liefern zu lassen. Auf den Feierabend-Umweg in die überfüllte Innenstadt-Filiale hatte ich keine Lust. Gesagt getan, online bestellt. Auch Hugendubel war in der Lage mir die Bücher innerhalb von zwei Werktagen zukommen zu lassen. Prima.

Benutzerkonto bei Hugendubel ohne wirkliche Vorteile

Weil ich davon ausgegangen war, dass meine Online-Bestellung auf hugendubel.de eher ein Einzelfall bleiben würde, bestellte ich nur als Gast, ohne mich mit einem Benutzerkonto zu verewigen. Kurz nach erfolgreicher Bestellabwicklung sprach mich Hugendubel noch einmal per E-Mail an, um mich von den vermeintlichen Vorzügen eines Benutzerkontos zu überzeugen (siehe Screenshot der E-Mail unten).

Von den Argumenten für ein Nutzerkonto war ich ziemlich enttäuscht. Wohl auch überrascht, dass man bei Hugendubel in Zeiten erdrückender Konkurrenz aus Übersee und neuer Geschäftsmodelle dermaßen einfallslos agiert, um Neukunden bei der Stange zu halten. Rechungsdownload als PDF oder Speicherung von Lieferadressen sind wahrlich nicht mehr der Rede wert und nur noch Vorteilsargumente aus grauer Web-1.0-Zeit.

Was beim Thema Reader nicht mehr als eine Me-Too-Strategie darzustellen scheint kommt auch im E-Mail-Marketing als große Ratlosigkeit rüber.

Hugendubel E-Mail

Gan zu schweigen von der Verpackung der vermeintlichen USPs als Textwüste ist es mutig, dass Funktionen wie Merkzettel und Newsletter-Abmeldung im persönlichen Nutzerkonto noch als Vorteile hervorgehoben werden. Hier wurden durchweg Eigenschaften aufgelistet, die in 201x niemanden vom Hocker hauen, wenn man im Online-Handel erfolgreich sein möchte. Wo sind hier wirkliche Alleinstellungsmerkmale, die gegenüber Amazons Marktmacht Erfolg versprechen könnten?

Online Lesen mit Freunden: Sobooks sucht den Lese-USP im sozialen Netz

Einen ganz anderen Weg in neue Formen des Lesens zeigen Christoph Kappes und Sascha Lobo mit ihrer Plattform Sobooks auf. Hier liest man Bücher als elektronische Ausgaben direkt im Browser von Desktop-Rechner, Tablet oder Smartphone. Das Besondere: während des Lesens kann man seine Gedanken und Kommentare direkt neben dem Text mit anderen Nutzern der Plattform teilen. Daher der Begriff „Sobooks“ was für „Social Books“ steht. Sobald andere Nutzer an die gleiche Stelle im Text gelangen, werden in der Seitenspalte bereits hinterlassene Kommentare anderer Leser angezeigt. So können unabhängig vom Zeitpunkt des Lesens Gespräche rund um den Inhalt entstehen, wie im Beispiel dargestellt.

Buch lesen in Sobooks: in der Seitenspalte kann diskutiert werden

Lesen und gleichzeitig Textpassagen diskutieren

Neben der Kommentar-Funktion hat man die Möglichkeit, einzelne Sätze in den sozialen Medien zu teilen, was wiederum von den Verlagen, deren Werke in Sobooks zu lesen sind, autorisiert wurde.

Noch ist die Zahl der Bücher in Sobooks überschaubar. Weiteres Wachstum und funktionaler Ausbau werden aber in den FAQ versprochen.

Modell Sobooks bisher einzigartig

Für mich ist Sobooks ein gelungenes Beispiel für den innovativen Einsatz neuer Medien in bestehenden Märkten, die dem Lesen eine neue Facette verleihen. Es bleibt abzuwarten, ob das Modell massentauglich und profitabel sein kann. Der entscheidende Unterschied zu den digitalen Aktivitäten anderer deutscher Buchhändler wie Hugendubel ist, dass man bei Sobooks versucht, wirkliche Innovation zu schaffen, die das Zeug zum Alleinstellungsmerkmal haben.

Rezension „Der digitale Tsunami“

Der Digitale Tsunami

Disruptive Innovationen in digitalen Werbemärkten werden in „Der Digitale Tsunami“ thematisiert.

In Deutschland ist das Thema der Online-Vermarktung so brisant, weil sich die klassischen Medien wie Zeitungsverlage hier bisher nicht in der Lage sehen (wollen), wirksame Innovationen zu schaffen, die den Geschäftsmodellen von Google, Facebook & Co. Paroli bieten können. Man versucht lieber, die Gesetzeskeule zu schwingen statt selbst Wettbewerbsvorteile zu schaffen. So kann man zumindest die laufenden Diskussionen um das Leistungsschutzrecht oder die Zerschlagung von Google interpretieren.

Nicolas Clasen leistet mit seinem digitalen Tsunami einen wichtigen Beitrag zu diesen Debatten. Zum einen hilft sein Werk Marketing-Entscheidern, sich grundsätzlich mehr Hintergrundwissen in der Online-Vermarktung anzueignen, zum anderen trägt es zum Verständnis der brisanten Themen bei: disruptive Innovationen sind im digitalen Umfeld derzeit in aller Munde; aber auch die Leistungsschutzrecht-Diskussion oder die ewig dauernde Google-Debatte können mithilfe der Gedanken von Clasen zur Abwechslung in einem anderen Licht gesehen werden.

Clasen ordnet die Entwicklungen auf den digitalen Werbemärkten in den historischen Kontext ein und analysiert die Gründe des Aufstiegs der Geschäftsmodelle von Google, Facebook und Co. in Form sogenannter „disruptiver Innovationen„. Er begründet im gleichen Zug das Dilemma der deutschen Verlage vor dem Hintergrund von Fehlentwicklungen in der Vergangenheit bzw. von maßgeblichen handwerklichen Unterschieden in der Werbeflächenvermarktung zwischen deutscher Medienlandschaft und amerikanischen Digitalkonzernen.

Stefan Winterbauer von meedia.de hat bereits im November 2013 eine gute Zusammenfassung der Lehren aus Clasens Buch geschrieben. Für mich selbst war die wichtigste Erkenntnis des Buches, dass die deutschen Verlage bei den meisten ihrer Versuche, im digitalen Werbegeschäft erfolgreich oder gar führend zu sein, schlicht und einfach fehlgeleitet und zu kurzrfristig agieren. Alte Erfolgs- und Denkmuster sind zu dominant. Umsätze durch vermeintlich innovative Geschäftsfeld-Zukäufe verzögern notwendiges Umdenken.

A propos Umdenken: Zum Thema „Wie man neue Märkte schafft“ empfehle ich sehr gerne „Blue Ocean Strategy“ von Chan Kim und Renée Mauborgne, das mir im BWL-Studium nahegelegt wurde. Kerngedanke hier: über die Grenzen des eigenen Marktes hinausdenken und echte Innovationen schaffen.

Im weiteren Verlauf des Blog-Beitrags gebe ich eine Inhaltszusammenfassung der Buchkapitel wieder.

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Blick in eine totalitäre digitale Zukunft – Gedanken zum Roman The Circle

Die Story von Mae Holland’s Erlebnissen während ihres beruflichen Ein- und Aufstiegs beim führenden Internetkonzern der Zukunft – The Circle – ist als Puzzleteil zur digitalen und netzpolitischen Meinungsbildung durchaus empfehlenswert. Vor allem in puncto Datenschutz, digitale Transparenz und Privatsphäre; außerdem mit Blick auf den Zwiespalt, der aus der Versuchung der Nutzung technologischer Möglichkeiten einerseits und moralischen Bedenken andererseits im Internet von morgen noch viel stärker droht als heute.

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Eiswasser-Dusche zur Unterstützung von ALS-Kranken

Die schwere Krankheit Amyotrophe Lateral-Sklerose (ALS) erfährt momentan dank der viralen Verbreitung unzähliger Video-Selfies zum Thema #icebucketchallenge oder #ALSicebucketchallenge weltweit einmalige Aufmerksamkeit.
Auch ich durfte meinen Eimer-Beitrag dazu leisten und habe gleichfalls gespendet.

Einerseits fasziniert mich wieder einmal die Schubkraft sozialer Medien, die ein bisher fast kaum beachtetes Nischen-Thema binnen kürzester Zeit in den medialen Mittelpunkt rückt und damit hoffentlich einen wertvollen Spendenbeitrag zur Bekämpfung dieser Krankheit leisten kann. Beispielhaft für den sprunghaften Anstieg der Erwähnungen zu diesem Thema hier ein Auszug aus den Google Trends.


Quelle: Google Trends

Andererseits bleibt ein fader Beigeschmack: Die Schnelllebigkeit unser Medien und Online-Diskussionen sowie die Gier nach Sensationen und Reichweite werden genauso schnell wieder andere Themen in den Vordergrund rücken. Wird es da wirklich einen bleibenden Einfluss auf die Behandlung von ALS geben?

Spenden kann man übrigens hier:
http://www.als-hilfe.org/spenden.html
http://www.dgm.org/muskelerkrankungen/amyotrophe-lateralsklerose-als

Ergänzung (25.08.14):
Eine lesenswerte Analyse der IceBucketChallenge im Hinblick auf Merkmale und Erfolgsfaktoren in sozialen Medien hat Katharina Kulawinski im pr-blogger beigesteuert.

Applaus für die ZDF Webtribüne zur Fußball-WM

In seiner Mediathek liefert das ZDF meiner Meinung nach derzeit eine gelungene Demonstration über attraktiv gestaltete Second Screen Angebote im Social TV ab. Gute Integration statt fünftes Rad am Wagen.

Aktuelle Zusatzinformationen zu den laufenden Spielen, Statistiken, frische Inhalte aus den sozialen Medien und alternative Kameraperspektiven runden den konventionellen TV-Inhalt mit gewohntem Kommentar als echte Mehrwerte ab. Da macht das Couch-Surfen neben dem Fernsehen Spaß.

Mein Favorit ist der „Taktik-Blick“, der ohne die (lästige) Kommentatoren-Brille andere Kameraperspektiven eröffnet. Beeindruckt hat mich auch die Schnelligkeit der Statistik. Beim Spiel Frankreich-Honduras zum Beispiel hat man noch bevor Kommentator Béla Réthy im TV davon Kenntnis bekam das 2:0 der Franzosen als Eigentor Honduras‘ klassifiziert. Applaus!

Noch Luft nach oben im Social Fußball TV

Vielleicht geht man demnächst ja noch einen Schritt weiter und holt auch Fußball-Verweigerer emotional ab. Wie wäre es zum Beispiel mit alternativen Kommentatoren-Streams im Netz? Da könnte man die Spiele auch mal bewusst humorvoll, ironisch, sarkastisch, wissenschaftlich oder im Straßenslang „vertonen“ lassen. Gerade wenn der Sport an Spannung vermissen lässt und Béla Réthy, Steffen Simon & Co. auch nicht die nötige Würze beimischen, würde das sicher zu mehr Reichweite führen. Meine Frau als eingefleischte Anti-Fußballerin wäre schon mal begeistert.

 

Effizienzbringer im Büro: meine Evernote-Highlights

Für mich ist Evernote der Allrounder schlechthin in Sachen Informationsmanagement: Ideensammlung, Skizzen, Meeting-Protokolle, Vokabellisten, Fahrtenbuch, Belege, Einkaufslisten, Anleitungen, Schnipsel aus dem Web und alles, was man früher auf Post-Its gestapelt oder verklebt hat, sammle ich heute in Evernote. Privat und beruflich.

Einige meiner Anwendungsfälle im Alltag möchte ich hier beschreiben.

evernote-homepageTheoretisch lassen sich Evernote-Notizen zusätzlich in Notizbüchern ordnen. Mehrere Notizbücher können zu Notizbuchstapeln gebündelt werden. Zwingend nötig ist das nicht: jede Notiz kann mit Tags verschlagwortet werden. Die sehr gute Suchfunktion findet Notizen schnell wieder.

Zur Hand hat man die Notizen dank zahlreicher Anwendungen für alle gängigen Betriebssysteme fast immer und überall. In der kostenlosen Version von Evernote setzt dies eine Internetverbindung voraus. In der Premium-Variante können Notizen offline verfügbar gemacht werden. Ich nutze Evernote privat und geschäftlich auf meinem Macbook sowie unterwegs auf iPhone und Tablet.

Website-Inhalte ausschneiden und als Notiz in Evernote ablegen

Im Browser auf Desktop-Rechern und Laptops sollte man nicht auf die Browser-Erweiterung Webclipper verzichten. Mit ihrer Hilfe lassen sich Textschnipsel einer Website, die gesamte Seite mit oder ohne Layout oder auch nur die URL als Notiz im Evernote Gedankenspeicher „abheften“. Der Text wird voll indiziert und von der Evernote-Suche exzellent gefunden. Diese Notizen können ganz leicht mit Schlagworten und Kommentaren versehen und selbsterklärend in das relevante Notizbuch einsortiert werden. Für wertvolle Web-Fundstücke ist Evernote auch damit ein super Effizienz-Bringer beim Aufbau eines Ideen- und Wissensspeichers.

Meeting-Notizen archivieren ohne lästige Abschrift

Das Fotografieren handschriftlicher Notizen mit der Evernote iOS-App ist für mich eines der Highlights in den umfangreichen Funktionen.

Beispiel-Suchergebnis in handschriftlicher Evernote-Notiz

Evernote erkennt Suchwort in Handschrift-Notiz

Wo ich früher viel Zeit dafür verlor, Handschrift-Protokolle im Nachhinein zusammenzufassen und in Reinform elektronisch zu dokumentieren, reicht heute ein einfacher Schnappschuss mit der Evernote Smartphone-App.

Die integrierte Texterkennung ermöglicht sogar das Wiederauffinden der gespeicherten Handschrift-Notizen mittels Suchfunktion. Selbst bei meiner wie im Beispiel zu erkennenden relativ unleserlichen Handschrift wird die Notiz wiedergefunden.

Handschriftnotizen direkt mit dem Tablet in Evernote erfassen dank „Penultimate“

Handschrift-Notiz mit Penultimate auf dem iPad

Handschrift-Notiz mit Penultimate auf dem iPad

Für „Hardcore“-Digitalisten bietet Evernote in seinem App-Universum mit Penultimate auch eine App, um Handschrift-Notizen direkt auf dem Tablet zu schreiben. Wirklich praktisch ist dies allerdings nur mit zusätzlichem Schreibgerät wie zum Beispiel dem Jot Pro von Adonit. Mit bloßem Finger kommen die Notizen etwas grobschlächtig daher.

Ich persönlich ziehe immer noch das Schreiben auf Papier vor, weil Jot Pro und Tablet in Sachen Geschwindigkeit und Genauigkeit dem Papiervergleich (noch) nicht standhalten können.

Schnelles Aufwerten & Anreichern von Bildern und PDFs mit „Skitch“

Skitch ist für die schnelle Kommentierung oder kleine Bearbeitung von Screenshots, PDFs oder Bilddateien wunderbar geeignet. Es ist intuitiv zu bedienen und legt die bearbeiteten Dateien zudem als Notiz in Evernote ab. So können einfache Bilder schnell zur Kurzanleitung aufgepeppelt werden, Entwürfe kommentiert, Software-Screenshots verständlich gemacht werden und vieles mehr. Die Anwendung steht als Desktop- und Smartphone-Variante zur Verfügung. Als Bearbeitungswerkzeuge gibt es Pfeile, Text, Textmarker, Stempel, Verpixelungs-Werkzeug und Ausschneide-Funktion. Alle können jeweils in einigen Standard-Farben und Größen angepasst werden. Bearbeitet werden können Bildschirmkopien, Webcam-Aufnahmen, PDF- oder Bilddateien. Oder man beginnt sozusagen bei Null auf weißem Hintergrund. Die erstellte Skitch-Notiz wird nach Erstellung direkt in Evernote synchronisiert und kann zusätzlich via E-Mail, Social Media oder weitere Anwendungen geteilt werden.

skitch-beispiel

Beispiel: Screenshot-Bearbeitung mit Skitch

Recherchen vertiefen mit ContextBooster-Anbindung

Und als sei das alles nicht schon hilfreich genug, gibt es seit Kurzem etwas enorm Horizont-erweiterndes, auf das ich via Nico Lumma auf Twitter gestoßen bin: Nennt sich Contextbooster und liefert praktische kontextuelle Zusatzinfos für Notizen in Evernote, Tweets oder Buffer-Inhalte. So können z.B. Texte aus dem Web als Evernote-Notiz gespeichert werden, die damit als „Beschleuniger“ für eine weiterführende Recherche durch Contextbooster dienen. Die App belegte beim Evernote Devcup 2013 den zweiten Platz.

Um zu „boosten“, ist die Notiz mit dem Tag „contextboost“ zu kennzeichnen. Nach ein paar Minuten Verarbeitungszeit (in meinen bisherigen Versuchen waren es allerdings eher Stunden) versieht Contextbooster die Notiz in Evernote automatisch mit zusätzlichen klickbaren Tags: zum einen z.B. Personen oder Themen, die im Artikel explizit erwähnt werden, zum anderen inhaltlich verwandte Themen. Beim Klicken der Tags gelangt man zur zugehörigen Recherche-Ergebnisseite in Contextbooster. Dort findet man die weiterführenden Artikel zu den vorgeschlagenen Tags und hat einen guten Startpunkt, um neue Aufschlüsse für die eigenen Recherchen zu gewinnen. Die Artikel werden optisch angeteasert und sind ebenfalls zur Original-Quelle verlinkt. Praktischerweise kann die Ergebnisseite auch mit sozialen Netzwerken geteilt werden.

Leider liefert Contextbooster derzeit nur in englischer Sprache umfangreiche Ergebnisse. Deutsch wurde in den FAQ aber als zukünftig unterstützte Sprache angekündigt.

Weitere praktische Features von Evernote sind die Schnittstelle zu „ifthisthenthat“ (ifttt), das Teilen von Notizbüchern mit Kollegen oder die Listen- und Erinnerungsfunktion. Aber dazu ein andermal mehr.

Tipps, Anregungen und Feedback zu den dargestellten Features? Eigene Erfahrungen? Ich würde ich mich freuen.